Victor Popov
ein Fantastischer Realist

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Victor Popov

Biographie
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Geboren 1952 in Kasachstan.
Kunststudium an der Fachhochschule von Lemberg.

1971 - 1991 künstlerisch tätig in Sibirien und St. Petersburg.
1984 - 1991 Wohnsitz und Atelier in St. Petersburg.
Anschluss an die Künstlergruppe "Die Insel"

Ankauf dreier Bilder durch das städtische Museum für Geschichte, St. Petersburg.
1991 Auswanderung mit seiner Familie nach Deutschland, Atelier in Düsseldorf.
Einzel- und Gruppenausstellungen in Rußland, Deutschland, Korea, Frankreich, Schweden, Japan und den USA.

Über den Künstler
"Der Lieblingsmaler meiner Kindheit war Surikow. An seinen Bildern gefielen mir vor allem der kompositiorische Aufbau und die Farben, auch wenn mir das damals noch nicht so bewußt war. Schon als Schüler ging ich in die Natur hinaus um zu zeichnen, malte in Öl und später Aquarelle. Mein Vater unterstützte mich dabei und besorgte mir Farben und Kunstbücher. Er war Elektriker von Beruf.

Mit 17 Jahren ging ich auf Wanderschaft und auf die Suche nach mir selbst. Zunächst kam ich ins sibirische Semipalatinsk, dem Zentrum der russischen Atomversuche. Man kann nicht sagen, dass ich damals schon davon träumte, Künstler zu werden. Aus irgendwelchen Gründen hielt ich mich für einen schlechten Zeichner und suchte nach einer Möglichkeit, diese Kunst zu erlernen. So ging ich nach meinem Wehrdienst nach Alma-Ata und besuchte dort eine Zeichen- und Malschule. Im Alter von 20 wurde mir schließlich bewusst, dass ich ohne Kunst nicht würde leben können. So nahm ich ein Kunststudium an der Hochschule für angewandte Kunst im westukrainischen Lemberg auf. Nach meiner Kindheit in den kasachischen Steppen und Bergen fand ich mich also plötzlich im Zentrum Europas wieder.

Ich versuchte so zu malen, wie ich die Dinge sah und wie mich meine Hand selbst lenkte. Dies brachte mir allerdings den Tadel meines Lehrers ein und ich hörte schließlich auf, meine Arbeiten zu zeigen. Ich begann, meine Bilder in einem ganz anderen Licht zu sehen.- Alles bislang Gelernte war mir nun fremd und ich mußte meinen eigenen Stil finden

Später in Petersburg habe ich dann wieder konsequent meine eigenen Ziele verfolgt und versucht, Leute und Dinge meiner Umgebung darzustellen. Mich interessierte nun vor allem die Darstellung einer phantastischen Realität. Humor und eine gewisse Distanz von den Dingen bewahrte mich davor, den Versuchungen eines Bohemelebens zu erliegen. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich mit Holzschnitzarbeiten für Kinderspielplätze. Dieses Handwerk habe ich bis heute nicht aufgegeben und brachte mir noch nebenbei auch eine Reihe anderer Fertigkeiten das Tischlerhandwerks bei.

Im Mittelpunkt meiner Arbeiten stehen immer Menschen. Meine Helden sind keineswegs einfache Persönlichkeiten, sondern Führer und Weise, die davon träumen, Völker zu führen und die Wahrheit zu verkünden. Weil aber solche Bestrebungen immer etwas zweifelhaft sind, sind meine Figuren komisch. Natürlich möchte auch ich auch irgendeine Wahrheit finden; doch dem Material, der Arbeit und dem Instikt des Künstlers vertraue ich mehr als irgend welchen hohen Ausgeburten des Geistes. Meine Experimente setze ich mittlerweile in Deutschland fort, genauer gesagt in der Eifel, deren Landschaft mich teilweise an meine Heimat im Vorgebirge des Altai erinnert." Victor Popov


"...In seinen Gemälden entwickelt Popov eine Ikonographie für gesellschaftliche Zustände. Seine Metaphern basieren auf der traditionellen, kunsthistiorischen Ikonographie. Mit der Darstellung von blinden Menschen und von Schubladenköpfen bezieht er sich auf Topoi, wie wir sie beispielsweise von Pieter Brueghel her kennen, so bei dem im 16. Jahrhundert entstandenen Gemälde von den Blinden, die sich gegenseitig führen und dabei im Straßengraben landen. Diese Metapher spielt auf die Unfähigkeit und Ignoranz der politischen Führer an, die den Anspruch erheben, Menschen zu führen und besser als andere sein zu wollen: "Weil solche Bestrebungen immer etwas zweifelhaft sind," so erklärt Popov, "sind meine Figuren komisch. Natürlich möchte ich auch irgendeine Wahrheit finden. Doch dem Material, der Arbeit und dem Instikt des Künstlers vertraue ich mehr als irgendwelchen hohen Ausgeburten des Geistes."

Man spürt die Ironie, die hinter Popovs Spottfiguren steckt, die er mit leichtem, sicheren Pinselduktus und ansprechenden Farben auf die Leinwand zaubert. Letztendlich haben die tragischen Gestalten Popovs trotz all ihrer Skurilität immer etwas Sympathisches.

Im manchen Arbeiten erkennt man auch, wie sehr ihn die großen Meister des 20. Jahrhunderts reizen, die er kolportagenhaft in seine Bilder einbaut, zum Beispiel Picasso, Ferdinand Leger oder Richard Lindner. Jene Gemälde wirken wie programmatische Embleme, die besagen, dass es einem zeitgenössischen Maler nicht möglich ist, die Geschichte der Malerei zu ignorieren. Neben Gemälden fertigt Popov auch Holzskulpturen, und auch bei diesen ist der humoreske Zug deutlich zu spüren..." Dr. Helmut Orpel, Kunsthistoriker, Juni 2000.


Der russische Künstler Victor Popov feierte lange seine Erfolge im eigenen Land, bevor zur Zeit der Perestrojka schnell der internationale Kunstmarkt in Leningrad auf ihn aufmerksam wurde. Fundierte Kenntnisse der Weltkunst und sein klassisch geschulter Zeichenstil machen ihn zu einem "volkstümlichen" Künstler, wobei wir aber keine russischen Landschaftsbilder oder Ikonen von ihm zu erwarten haben. Die existenzielle Angst, die jeden Bewohner eines totalitären Staates beherrscht und ihn zu einer unfreiwilligen Marionette der Schicksalsmächte macht, äussert sich im Spott. Auf humorige Art wird die eigene Meinung letztlich doch anderen mitgeteilt. Ohne die "Mächtigen" direkt anzugreifen, werden sie verspottet. Das "Böse" wird so überzogen niedlich dargestellt, dass es lächerlich wirkt.

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