Thyra Thorn
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Rosen blühen sonnenwärts
.
Am Reißbrett plan’ ich meine Bilder,
leg Linien aufs weiße Feld.
Zum fernen Fluchtpunkt scheint’s erhellt,
der Vordergrund wird dunkel wilder.
.
Am Horizont versinkt das Rund
in Indischgelb und fahlem Weiß.
Im heißen Sand und feuchtem Schweiß
verlöscht der heiße Feuerschlund.
.
Und Schatten schwärzt zerborst’ne Wände.
Versunken fast im Abfallberg
ein Käfer krabbelt flink behände
ins bröcklig löchrig Mauerwerk.
Doch mal ich nicht des Lebens Ende,
denn Rosen blühen sonnenwärts.



Das Schwert - 2008 / Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm


Diva - 2009 / Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm


Blaue Fliege - 2009 / Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm

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Zur Geschichte "Das Schwert" - Leseprobe:

Dieses Schwert mit rotem durchbrochenem Griff und schwarzer Scheide wäre hübsch an der Wand im Wohnzimmer. Er kennt auch schon die technischen Details: die Klinge ist mit einer Hohlkehle versehen, das Same aus Rochenhaut weiß gebleicht, die Seppa aus Kupfer und die Klinge aus Kohlenstoffstahl. Er bräuchte Nelkenöl, um sie zu pflegen. Sie hört nicht mehr zu, er wird es pflegen, - mehr als sie.

Und wie seine Augen leuchten, und wie er dieses Schwert pflegen wird. Er wird daran herum reiben, als gäbe es kein Morgen. Sie kichert. Und dann stundenlang mit seinen Freunden darüber diskutieren, wie ausgewogen es in der Hand liegt und wie scharf die Schneide ist. Und alle haben rote Ohren und träumen sich in die Tokugawaperiode hinein. Sie alle verkappte Ronins, einsame Helden wie Musashi, die den Frauen die Sehnsucht einpflanzen und sie dann verdorren lassen. So einer ist er auch.

Ihr Magen schmerzt. Das tut er öfters in der letzten Zeit, sie kann sich gar nicht recht erklären, warum. Den Kaffee hat sie schon längst weggelassen, isst keinen Knoblauch mehr, keine Zwiebeln am Abend, aber es kommt immer wieder. Ein Ziehen, eine leichte Übelkeit, und das stundenlang, tagelang immer im Hintergrund. Es zieht ihre Mundwinkel nach unten.

Am nächsten Morgen, sie erwacht in ihrem gemeinsamen Bett, liegt das Schwert neben ihr. Blank, im Stahl der Schneide spiegelt sich die Deckenlampe. Es liegt genau in der Mitte der Matratze. Zwischen seinem -leeren- Platz und ihrem Körper. Ganz nah an ihrem Ellbogen mit der scharfen Schneide, sie hätte nur eine falsche Bewegung machen müssen. Der Stahl, tausendmal gefaltet, und mit einer Blutrinne, in der das Blut des Opfers ablaufen kann. Das wäre dann an der Schneide entlang gelaufen, am Ende abgetropft und hätte vielleicht nicht einmal das Bettzeug verschmutzt. Das erkennt sie an. Aber sonst?.......

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